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Gäste aus Indien, Kenia und Pakistan in Rohrbach

Was man aus Kamel-Dung alles machen kann. Liga für Hirtenvölker stellt Produkte aus nachhaltiger Viehwirtschaft vor

Eigener Bericht

Papier aus Kamel-Dung – ein Schal aus Dromedar-Wolle: Am Dienstag (26.7.2011) war eine Delegation der Liga für Hirtenvölker und nachhaltige Viehwirtschaft e.V. zu Besuch im Ober-Ramstädter Stadtteil Rohrbach. Dort berichteten sie im Hof des Waldenser-Lädchens über ihre Arbeit und stellten Projekte und Produkte aus der nachhaltigen Viehwirtschaft vor.

Birgit Brandt, Inhaberin des Waldenser-Lädchens, begrüßte die Vertreter der Liga, interessierte Gäste sowie Bürgermeister Werner Schuchmann bei einem kleinen Sektempfang.

In der letzten Woche waren die Vertreter der Liga für Hirtenvölker noch in Rom bei einer Konferenz der Welternährungsbehörde. Jetzt sind sie zu Gast in Wembach, dem Sitz der Liga, und statteten Rohrbach einen Besuch ab.


Birgit Brandt (im blauen Shirt) vom Rohrbacher Waldenser-Lädchen hieß die Gäste willkommen. Sie  war schon gespannt darauf, was die Delegation der Liga zu berichten hatte. Links auf dem Foto: Dr. Ilse Köhler-Rollefson von der Liga für Hirtenvölker.


Unter den Zuhörern waren auch die Gäste aus den fernen Ländern. Links: Dr. Hanwant Singh aus Indien, am Tisch links Dr. Abdul Raziq aus Pakistan sowie Dr. Jacob Wanyama aus Kenia.


Auch Tierärztin Dr. Ilse Köhler-Rollefson begrüßte die Zuhörer im Namen der Liga für Hirtenvölker und des internationalen Netzwerkes. Denn die Liga hat Partner in vielen Teilen der Erde, hauptsächlich aber in Indien, Kenia und Pakistan. Zu Gast in Rohrbach waren dann auch Dr. Hanwant Singh aus Indien, Dr. Jacob Wanyama aus Kenia sowie Dr. Abdul Raziq aus Pakistan.

Ausgangspunkt war Hilfe für Kamele

Die Liga für Hirtenvölker wurde von 19 Jahren im Wembach gegründet, wie Dr. Köhler-Rollefson erzählt. Ausgangspunkt war ein Forschungsprojekt in Indien, bei dem sie mit den Sorgen der Kamelhirten in Berührung gekommen war.

Die Hirten brachten ihr die kranken Kamele zur Behandlung. Damals fing sie an Spenden zu sammeln und daraus hat sich die Liga für Hirtenvölker entwickelt. Da der Ursprung der Liga bei den Kamelhirten liegt, haftet der Liga auch heute noch der Ruf an, dass „wir nur ein kleines Kamelprojekt in Indien unterstützen“, so Dr. Köhler-Rollefson.

Von der Graswurzelebene zur Welternährungsbehörde

In den letzten Jahren hat sich die Organisation weiterentwickelt. Unserer Partner arbeiten alle auf der Graswurzelebene. Wir versuchen dann, die Erfahrungen unserer Partner auf der Ebene der Welternährungsbehörde einzubringen und die Politik so zu beeinflussen, dass sie die Existenz von Hirtenvölkern unterstützt.

Wir waren viele Jahre lang in der Entwicklungsarbeit tätig. Inzwischen haben wir gemerkt, dass unsere Tätigkeit auch für die Landwirte in Europa von Bedeutung ist. Denn wir sitzen alle in einem Boot. In Zeiten der Globalisierung ist alles miteinander verknüpft.

Probleme durch Massentierhaltung. Suche nach geeigneten Formen der Viehaltung

Zurzeit haben wir eine Situation, in der weltweit die Milchbauern miteinander konkurrieren. Bestehen können viele heute nur durch die Größe der Betriebe und durch Massentierhaltung. Diese Konzentration ist die Wurzel vieler Übel.

Wir von der Liga für Hirtenvölker sind auf der Suche nach anderen Formen der Viehwirtschaft. Wir finden, dass die Hirtenvölker über diese verfügen. Denn sie arbeiten dezentralisiert und ihre Tiere fressen, was dort wächst und nicht z. B. Soja-Importe aus Brasilien. Für den Soja-Anbau werden oft Urwälder abgeholzt.


Aisha Rollefson (rechts) erklärt das Projekt „Papier aus Kameldung“.


Nachdem Dr. Ilse Köhler-Rollefson die Liga für Hirtenvölker vorgestellt hatte, erklärte ihre Tochter Aisha Rollefson das Projekt „Papier aus Kameldung“. Ausgangspunkt für dieses Projekt war, dass es bereits Papier aus Elefantendung gibt. Und da dachte man, dass man etwas Ähnliches eigentlich auch aus Kameldung herstellen könne.

Seit etwas zwei, drei Jahren laufen entsprechende Tests. Hergestellt wird das Papier aus dem Dung, vermischt mit Baumwollfetzen aus alten Hemden sowie Wasser. Dieses wird zu einem Brei gekocht, handgeschöpft, getrocknet und gepresst.

Das Papier aus Kameldung enthält übrigens 36 Pflanzenarten, die das Kamel frisst. Mittlerweile ist die Papierqualität nach den Testreihen sehr gut. Das Papier wird heute in Indien und bei ökologisch orientierten Europäern gekauft.

Mit dem Projekt „Papier aus Kameldung“ schaffe man Arbeitsplätze für die ländliche Bevölkerung, vor allem für Frauen. Zudem stärke man damit die Kamelhirten, da sie für ihre Produkte neue Absatzmärkte finden.


Dr. Hanwant Singh stellt in Rohrbach einen Schal aus Dromedar-Haar vor.


Dr. Hanwant Singh arbeitet in der Provinz Rajasthan, im Westen Indiens. Dort ist er in einer Wohlfahrtsorganisation für Hirten tätig. Zu den neuen Aktivitäten gehört es, die Wertschöpfung aus den Rohstoffen des Kamels zu verbessern. Das Ziel ist es, zusätzliche Einkommensquellen für die Hirten zu erschließen.

Dazu gehört einerseits das Papier aus Kameldung. Andererseits werden gerade Schals aus Kamelhaar – und hier insbesondere aus dem Dromedarhaar (das einhöckrige Kamel) entwickelt.

Dromedarhaar ist – im Unterschied zu Kamelhaar – kurz und kratzig. Die Haare brauchen eine entsprechende Behandlung, um das Kratzige wegzubekommen. Einige der Wollprodukte wurden letztes Jahr in Paris auf einer Veranstaltung für ethische Mode präsentiert.


Der Ober-Ramstädter Bürgermeister Werner Schuchmann (SPD) bekam ein Buch überreicht durch Dr. Ilse Köhler-Rollefson.


Vor zwei Jahren war in Wembach schon einmal anlässlich einer Tagung der Liga für Hirtenvölker ein Partner aus Indien zu Besuch: der indische Tierarzt und Buchautor Dr. Balaram Sahu. Über seine Erfahrungen in Ober-Ramstadt und Wembach schrieb er anschließend das Buch „10 Tage in einem deutschen Dorf“.

Das Buch ist in seiner Heimatsprache „Oriya“, der Sprache des ostindischen Staates Orissa verfasst – und ein kleiner Bestseller in der Heimat des Buchautors. Die ersten 1000 Exemplare sind ausverkauft. Jetzt ist ein Nachdruck geplant sowie eine englische Übersetzung.

Der Autor lernte damals auch Bürgermeister Werner Schuchmann kennen. Dieser erhielt nun das Buch mit Widmung sowie einem kleinen Brief als Geschenk.

In Ober-Ramstadt nur noch ein Milchviehbauer

Bürgermeister Schuchmann griff in einer Ansprache den Gedanken der nachhaltigen Landwirtschaft auf. Er berichtete, dass es heute in Ober-Ramstadt nur noch einen einzigen Milchviehbauern gebe. Auch in Ober-Ramstadt sei die Konzentration der Landwirtschaft zu spüren, frei nach dem Motto: immer schneller, weiter, höher. Es sei nur die Frage, so Schuchmann, ob das die richtige Richtung sei.

Zum Glück gebe es heute Menschen, die sich wieder Gedanken um eine nachhaltige Versorgung machen. Schuchmann wünschte dem Papier-Projekt einen guten Erfolg und übergab für den indischen Autoren Dr. Balaram Sahu als Geschenk die Chronik zur 700-Jahr-Feier Ober-Ramstadts.

Nun schloss sich bei Sekt und Kaffee ein reges Gespräch unter den Gästen an. Das Papier aus Kameldung wird auch im Waldenser-Laedchen angeboten. Dort wird es verkauft in Form von Konferenzordnern, Notizbüchern und Grußkarten.

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